Ricarda Merbeth

Biografie

Ricarda Merbeth zählt zu den bedeutendsten Sängerinnen unserer Tage. Seit Anfang der 2000er-Jahre gastiert die deutsche Sopranistin an den weltweit führenden Opernhäusern, Festivals und Konzertsälen. Ausgehend von Mozart-Partien und den lyrischen Rollen Wagners und Strauss‘ hat sie ihr Repertoire über viele Jahre behutsam bis zu den großen hochdramatischen Partien ihres Fachs entwickelt. Heute gilt sie als eine der profiliertesten Interpretinnen von Elektra und Brünnhilde; in jüngerer Zeit erweiterte sie ihr Repertoire zudem um Rollen wie Ortrud und Kundry.

Ricarda Merbeths Spielzeit 2026/27 begann mit einem Rollendebüt: als Fremde Fürstin in Rusalka am Théâtre du Capitole in Toulouse. Im weiteren Verlauf der Saison kehrt sie als Elektra an die Deutsche Oper Berlin zurück und singt Ortrud in Lohengrin in Valencia. Konzertengagements führen sie nach Turin, Helsinki und Würzburg; beim Maggio Musicale Fiorentino ist sie erneut in der Titelpartie von Elektra zu erleben.

Nach ihrem Studium an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig begann Ricarda Merbeth ihre Laufbahn an den Theatern in Magdeburg und Weimar. 1999 debütierte sie als Marzelline in Fidelio an der Wiener Staatsoper, deren Ensemble sie bis 2005 angehörte. Dort erarbeitete sie sich ein außergewöhnlich vielseitiges Repertoire, das von Contessa, Donna Anna und Pamina über Elisabeth, Eva, und Irene bis zu Chrysothemis reichte.

Den entscheidenden internationalen Durchbruch brachte ihr 2004 die Titelpartie in einer Neuproduktion von Richard Strauss’ Daphne an der Wiener Staatsoper. Dem Haus ist sie bis heute durch regelmäßige Gastengagements eng verbunden. Bereits 2001 wurde sie mit der Eberhard-Waechter-Medaille ausgezeichnet; 2010 ernannte sie der damalige Staatsoperndirektor Ioan Holender zur Österreichischen Kammersängerin.

„Mit eindrucksvollen Interpretationen der Werke Wagners und Strauss’ etablierte sich Ricarda Merbeth als eine der weltweit führenden Sopranistinnen.“

Seit 2006 arbeitet Ricarda Merbeth freischaffend. Engagements führten sie unter anderem an die Staatsoper Unter den Linden und die Deutsche Oper Berlin, die Bayerische Staatsoper, die Hamburgische Staatsoper, die Wiener Staatsoper, die Mailänder Scala, die Opéra national de Paris, das Teatro Real Madrid, das Gran Teatre del Liceu in Barcelona, die Dutch National Opera, das New National Theatre Tokyo, die Opernhäuser von Zürich, Stockholm, Helsinki, Toulouse und Marseille sowie an das Sydney Opera House und den Wiener Musikverein.

Eine besondere Rolle in ihrer Karriere spielen die Bayreuther Festspiele. Dort debütierte sie 2000 in Jürgen Flimms Inszenierung von Der Ring des Nibelungen als Freia und Gutrune. Von 2002 bis 2005 sowie 2007 sang sie Elisabeth in Tannhäuser, von 2013 bis 2018 war sie als Senta in Der fliegende Holländer zu erleben.

Im Zentrum ihres Repertoires stehen die großen Wagner- und Strauss-Partien: Brünnhilde in allen drei Teilen des Ring des Nibelungen, Isolde, Senta, Kundry, Ortrud, Elsa, Elisabeth und Venus sowie Elektra, Färberin, Helena, Salome, Ariadne und Marschallin. Hinzu kommen Turandot und Leonore in Fidelio.

Zu den herausragenden Stationen seit 2016 zählen ihre Debüts als Isolde an der Hamburgischen Staatsoper, als Turandot und als Brünnhilde in Siegfried an der Deutschen Oper Berlin sowie als Elektra in Patrice Chéreaus legendärer Inszenierung an der Mailänder Scala. An der Scala übernahm sie außerdem die Titelpartie in Die ägyptische Helena. Weitere bedeutende Engagements umfassten Brünnhilde in Madrid, Senta und Elektra an der Staatsoper Unter den Linden, Elektra an der Wiener Staatsoper, Ortrud in Bologna, Isolde in Valencia sowie komplette Ring-Zyklen an der Semperoper Dresden und der Wiener Staatsoper.

Zuletzt kehrte sie als Senta an die Hamburgische Staatsoper zurück und gastierte in dieser Rolle auch an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf und beim Baltic Opera Festival. Weitere Höhepunkte waren Turandot beim Spring Festival in Tokyo, Elektra und Salome am Teatro di San Carlo in Neapel, Elektra an der Finnischen Nationaloper und Salome am Teatro Colón in Buenos Aires. In Toulouse gab sie ihr szenisches Rollendebüt als Färberin in Die Frau ohne Schatten; bei den Tiroler Festspielen Erl folgte ihre erste szenische Interpretation der Kundry in Parsifal. Darüber hinaus war sie als Brünnhilde im Ring-Zyklus der Deutschen Oper Berlin zu erleben.

Auch auf dem Konzertpodium ist Ricarda Merbeth international gefragt. Ihr Repertoire umfasst unter anderem Wagners Wesendonck-Lieder, Brittens War Requiem, Beethovens Missa solemnis, Szymanowskis Stabat Mater, Janáčeks Glagolitische Messe, Strauss’ Vier letzte Lieder und Brentano-Lieder sowie Mahlers Achte Sinfonie. Zu ihren jüngeren Konzertengagements gehören Schönbergs Gurre-Lieder am Sydney Opera House und Mahlers Sinfonie Nr. 8 mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden.

„Ricarda Merbeth ist die beste Wagner-Sopranistin, die wir in den ersten Jahrzehnten des 21. Jahrhunderts gehört haben.“ (Ritmo Magazine)

Ricarda Merbeth hat mit Dirigenten wie Daniel Barenboim, Pierre Boulez, Semyon Bychkov, Riccardo Chailly, Myung-whun Chung, Christoph von Dohnányi, Daniele Gatti, Edward Gardner, Marek Janowski, Mariss Jansons, Philippe Jordan, Fabio Luisi, Ingo Metzmacher, Kent Nagano, Yannick Nézet-Séguin, Seiji Ozawa, Kirill Petrenko, Donald Runnicles, Christian Thielemann, Franz Welser-Möst und Simone Young gearbeitet.

Zu den Regisseurinnen und Regisseuren, mit denen sie zusammengearbeitet hat, zählen Daniele Abbado, Philippe Arlaud, Sven-Eric Bechtolf, Calixto Bieito, Nicolas Brieger, Robert Carsen, Jürgen Flimm, Kasper Holten, Nicolas Joël, Günter Krämer, Marco Arturo Marelli, Mario Martone, Àlex Ollé, Otto Schenk, Katharina Wagner und Krzysztof Warlikowski.

Veröffentlichungen
und Aufnahmen

Ricarda Merbeths bei Naxos erschienene Einspielung von Richard Strauss’ Vier Letzte Liedern und Brentano-Lieder mit der Staatskapelle Weimar unter der Leitung von Michael Halász fand international große Anerkennung.

CD:

  • “Der fliegende Holländer” unter Marek Janowski – erschienen bei Pentatone;
  • “Das Rheingold“ unter Marek Janowski – erschienen bei Pentatone;
  • “Vier Letzte Lieder” von Richard Strauss (Naxos)
  • “Brentano-Lieder” Staatskapelle Weimar (Naxos)
  • Gustav Mahler: Achte Symphonie unter Bertrand de Billy (Oehms Classics)

DVD:

  • “Der fliegende Holländer“ – Bayreuther Festspiele;
  • “Die Meistersinger von Nürnberg” – veröffentlicht von Unitel Classica;
  • Gustav Mahler: Achte Symphonie unter Riccardo Chailly (Naxos)
  • Gustav Mahler: Zweite Symphonie unter Mariss Jansons (Naxos)

Bücher:

  • “Von Hertzen – möge es wieder zu Hertzen gehen” – veröffentlicht von Haag+Herchen anlässlich von Ricarda Merbeths 20. Bühnenjubiläum.

Auszeichnungen

Für ihre künstlerischen Leistungen erhielt Ricarda Merbeth folgende Auszeichnungen:

  • 1993 Richard-Wagner-Stipendiatin Braunschweig;
  • 2001 Eberhard-Waechter-Medaille der Wiener Staatsoper für die Interpretation der Irene in Rienzi;
  • 2008 Editor’s Choice im Mai 2008 für die bei NAXOS erschienene CD Richard Strauss, “Vier letzte Lieder und Brentano-Lieder”;
  • 2011 Ernennung zur Kammersängerin der Wiener Staatsoper.

Für die Presse steht die Biografie von Ricarda Merbeth als Textdatei zum Download bereit.

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News

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