Am 2. und 5. April 2026 war Ricarda Merbeth bei den Tiroler Festspielen Erl als Kundry in Richard Wagners Parsifal zu erleben. Es war nach halbszenischen Vorstellungen mit dem Bergen Philharmonic Orchestra im Jahr 2023 ihre erste szenische Auseinandersetzung mit dieser Partie, von der sich Publikum und Presse gleichermaßen begeistert zeigten. So berichtete Klassik Begeistert von einer „Sensationsleistung“, Der Neue Merker schrieb über ein „sensationelles Rollendebüt als Kundry“, in dem die „hocherfahrene Sängerin“ „gekonnt alle Register ihres überragenden Könnens“ zog. Laut Opera Journal CZ überzeugte Ricarda Merbeth „mit einer hochdramatischen Gestaltung und einer soliden Gesangstechnik, die es ihr ermöglichte, ganz selbstverständlich zwischen den höchsten Sopranlagen und voll klingenden Tiefen zu wechseln“. Für Loudd gehörte ihre Leistung im zweiten Akt „zweifellos zu den überzeugendsten Momenten der gesamten Vorstellung“, während Kurier ihre Kundry als „energiegeladen“ und „expressiv“ beschrieb.
Die musikalische Leitung lag bei Asher Fisch, Regie führte Philipp M. Krenn. In den weiteren Hauptpartien waren Michael Nagy (Amfortas), Falk Struckmann (Titurel), René Pape (Gurnemanz), Jamez McCorkle (Parsifal) und Audun Iversen (Klingsor) zu erleben.
Kundry gehört zu den vielschichtigsten Figuren im Wagner-Repertoire: zerrissen zwischen Fluch und Erlösungssehnsucht, zwischen Ekstase und Erschöpfung. Die Partie markiert einen weiteren Schritt in Ricarda Merbeths kontinuierlicher Beschäftigung mit den großen Rollen des deutschen Fachs.
https://www.tiroler-festspiele.at/events/25_26-richard-wagner-parsifal#2026-04-02